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Zahl der Übernachtungen ging um 2,1 Prozent zurück
(red) (ots) In den ersten acht Monaten dieses Jahres ging die Zahl der
Übernachtungen auf Campingplätzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,1
Prozent auf 20,9 Millionen zurück. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis)
anlässlich der am 16. November 2010 beginnenden internationalen Ausstellung
"Touristik & Caravaning" in Leipzig mit.
Die Campingplätze konnten damit ihre im Jahr 2009 erreichten Zuwächse nicht
halten. Im Jahr 2009 war die Zahl der Übernachtungen auf Campingplätzen im
Vergleich zu 2008 um 9,3 Prozent angestiegen. Dies ist umso bemerkenswerter, als
die Gesamtzahl der Übernachtungen in Deutschland vor dem Hintergrund der
allgemeinen Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 leicht zurückgegangen war (- 0,2
Prozent).
Im Zeitraum Januar bis August 2010 zeigt sich nun eine gegenteilige Entwicklung:
Die Übernachtungszahlen auf Campingplätzen sanken im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum während gleichzeitig die Zahl der Übernachtungen in
Deutschland insgesamt um 2,8 Prozent zunahm.
Der Rückgang der Übernachtungen auf Campingplätzen in den ersten acht Monaten
dieses Jahres ist auf die gesunkene Übernachtungszahl deutscher Campinggäste
zurückzuführen. Sie ging um 3,2 Prozent auf 17,6 Millionen zurück. Dagegen nahm
die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland um 4,0 Prozent auf 3,3
Millionen zu.
Info: Camping-Channel
Wildes Campen ist nicht überall erlaubt
Von Nadia-Maria Chaar
Für viele ist Campen der Inbegriff von Freiheit. 1,7
Millionen deutsche Urlauber ziehen laut ADAC-Reisermonitor Zelt oder Wohnwagen
Hotels oder Ferienwohnungen vor. Zeltplätze gibt es in Europa reichlich. Rar
werden aber die ruhigen Plätzchen, wo man wild seine Zelte aufschlagen darf.
»Europa ist nicht mehr so wildromantisch wie es einmal
war«, sagt, Stefan Thun, Chef-Redakteur des ADAC-Camping-Caravaning-Führers. In
den allermeisten Ländern ist freies Campen schlicht verboten. Nur in Estland,
Lettland und Litauen, Norwegen und Schweden sowie in Irland und Spanien ist es
noch erlaubt; Zelte mehrere Nächte in der freien Natur aufzustellen.
Doch selbst dort werden die einsamen Plätze rar. Vor allem
an den Küsten seien die schönsten Flecken oft gut erschlossene, bebaut oder von
Campingplätzen gesäumt, erklärt Thun. Wildes Campieren direkt am See oder am
Meer ist dann meist nicht mehr möglich.
Vor allem in den nordischen Ländern gehört das Campen
jenseits der komfortablen Plätze aber noch zur Campingkultur. Am stärksten
ausgeprägt ist diese in Schweden. Im Land von Pipi Langstrumpf kann man
zumindest für eine Nacht „campen und Feuer machen" wie und wo es einem gefällt
auf Privatgrundstücken, am Meer, im Wald. Einfach so, ohne den
Grundstückseigentümer zu fragen. Diese Freiheit geht auf das sogenannte
Allemansrecht zurück. »Das ist ein uraltes Gesetz, ein Jedermannsrecht«,
erläutert Viveca Burkhardt, Sprecherin von Visit Sweden in Hamburg. Ein paar
Spielregeln gibt es schon: Man darf sich nicht in der Sichtweise von Häusern
niederlassen und keine offenes Feuer oder andere Spuren hinterlassen. Das
Allemansrecht gilt allerdings nur für Wanderer und Radtouristen. Wer mit seinem
Caravan unterwegs ist, darf diesen zur Nachtruhe aber immerhin noch auf
öffentlichen Parkplätzen abstellen - also zum Beispiel auf dem Rastplatz, am
Ende der Straße oder direkt am Strand, erläutert Burkhardt.
Anders in Dänemark: »Mit Wohnwagen und Wohnmobil muss man
auf die Campingplätze«, sagt Stefanie Czechowsky von Visit Denmark in Hamburg.
Lediglich für das klassische Zelten gebe es mehr Freiheiten. Czechowsky
empfiehlt das Zelten in Wald und Feld: »In 40 dafür ausgewiesenen Wäldern ist es
erlaubt, mitten in der Natur mit dem Zelt zu übernachten. « Am Strand und in
Touristenorten wie auf der Insel Römö oder im Nordseestädtchen Lökken muss man
aber abends die Zelte abbrechen: Die Polizei patrouilliert und verhängt,
Bußgelder von bis zu 500 Kronen (etwa 75 Euro).
In Frankreich wiederum ist das Campen in der freien Natur
erlaubt, wenn der Eigentümer sein Einverständnis gibt. Dies gilt faktisch aber
nicht an der Küste. Gemäß einem alten Gesetz gehört diese allen Bürgern.
»Deswegen kann keiner die Zustimmung geben«, erklärt Nadja Hohmann von Atout
France in Frankfurt. Auch in der Nähe klassifizierter Sehenswürdigkeiten ist das
Zelten nicht gestattet. »Man darf nicht unter dem Eiffelturm oder in Natur- und
Wasserschutzgebieten campen«, sagt Hohmann. Macht man es doch, kassiert die
Gendarmerie bis zu 1500 Euro.
Die Polen sind da großzügiger. Zwar ist das »schwarze«
Campen von der Pommerschen Bucht bis in die Waldkarpaten verboten. Aber in 20
Jahren hat man im Tourismusverband noch nicht von einer einzigen verhängten
Strafe gehört, berichtet Magdalena Korzeniowska vom polnischen
Fremdenverkehrsamt in Berlin. Besonders in Regionen mit viel Natur sei das
Zelten an Seen beliebt. Und auch an der Ostseeküste 'wird trotz Verbots oftmals
der Schlafsack ausgerollt.
Trotzdem empfiehlt Korzeniowska, beim Bauern auf der Weide
die Zelte aufzuschlagen. »Da gibt es frische Eier und polnische Spezialitäten
obendrauf. «
Wer in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dem
Caravan Bundesstraßen-Raststätten übernachten will, darf dies maximal eine Nacht
lang tun, um sich auszuschlafen, erklärt Manuela Moedlhammer von Austriainfo in
Wien. In Spanien darf man einzig in Übernachtungszonen die Nacht über parken,
sagt Maria Hemandez Medina vom spanischen Fremdenverkehrsamt n Berlin. Besonders
streng sind die Regeln laut ADAC in den Niederlanden, Portugal, Griechenland,
Kroatien, Serbien und Mazedonien sowie in Rumänien, Russland, Bulgarien, der
Slowakei, Slowenien, Ungarn und Tschechien. Man darf weder auf Parkplätzen und
Raststätten stehen, um sich über Nacht zu erholen. Noch darf man auf
Privatgrundstücken seine Zelte aufschlagen.
Mit einer guten Vorbereitung müssen Individualisten dennoch
nicht auf einzigartige Erlebnisse in der Natur verzichten, sagt ADAC-Experte
Thun. »Schöne Alternativen zum wilden Campen sind Plätze mit kleinen Zellen. «
Kenner können zum Beispiel ganz legal in Dünen campieren: auf der
Ostsee-Halbinsel Fischland - Darß- Zingst oder auf Europas größter Wanderdüne,
der Dune du Pyla an der französischen Atlantikküste bei Arcachon. Auch in der
Mittelmeer-Region finden sich vom südlichen Teil der dalmatinischen Küste in'
Kroatien bis zur Steilküste der spanischen Costa Brava viele traumhafte Orte.
Stefan Thuns Fazit: »Da sind Plätze mit kleinen Parzellen und wunderschönem
Panorama, welche man mit niemandem , teilen muss.«
dpa/tmn
(Bericht: Westfalen-Blatt 22.03.11)
Touristische Links:
Wohnmobilplätze an der Ostsee:
www.ostsee24.de/
Wohnmobilplätze an der Nordsee:
www.nordsee24.de/
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